Wie schon vor Monaten versprochen kommt jetzt endlich der Beitrag zum TuSsis Leutzsch Kalender. Ziel war es einen Kalender mit und über die TuSsis Leutzsch in Leipzig zu erstellen um deren Mannschaftskasse aufzubessern und weil dieses Kalender Ding schon seit langem in den Köpfen einiger Spielerinnen herum geisterte.

An sich hört es sich ja nicht so schwierig an einen Kalender zu erstellen, denn sicherlich hat jeder von uns schon mal selbst einen Kalender gebastelt. Wenn man allerdings später ein Produkt zum Verkauf anbieten möchte reicht es meines Erachtens nicht mehr aus selber etwas zu basteln. Und die Zielsetzung war ja klar – es sollte Geld in die Kasse kommen und das ganze sollte wenn es geht auch noch Spaß machen.

Wieso haben die Mädels mich überhaupt gefragt ob ich das mit Ihnen machen möchte? Ganz einfach, ich war so gut wie immer da und hab Fotos bei Ihren Spielen gemacht und irgendwann hat sich Miri getraut mich darauf anzusprechen, ob ich nicht Lust hätte, so ein Projekt mit Ihnen durch zu ziehen. Da ich es selber sehr spannend fand, sowas mal von vorne bis hinten zu machen, hab ich natürlich zugesagt.

Anfängliche Gedanken Zuallererst haben wir uns natürlich darüber unterhalten was für ein Typ Kalender es werden soll und an welche Zielgruppe er sich richtet. Wie nicht anders zu erwarten kam natürlich der Gedanken auf erotische Bilder zu machen. Da das einigen und auch mir aber nicht so richtig schmeckte war der Gedanke dann auch schnell wieder vom Tisch, denn es sollte soweit es irgend möglich wäre, eine Mannschaftsaktion werden. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich von Erotik-Kalendern von Frauen-Sport-Mannschaften ungefähr gar nichts halte. Es geht mir sogar ziemlich auf den Zeiger, dass sobald ein Kalender in einer Frauen-Mannschaft gemacht wird, es quasi zwangsläufig ein Erotik-Kalender wird. Ich würde sicherlich lügen wenn ich sagen würde das ich das nicht auch gerne mit den Mädels gemacht hätte, aber wie gesagt es wirkt auf mich einfach total daneben und ausgelutscht. Da finde ich es doch viel anspruchsvoller einen Frauen-Fußball-Kalender zu erstellen, der sich ganz ohne Erotik verkauft und das war dann auch unser Ziel. Mir schwirrte sofort ein Kalender mit coolen Action-Aufnahmen im Kopf herum. Am besten in der Abenddämmerung mit einem schwarzen oder einem dramatischen Hintergrund und leicht überschärften, kontrastreichen Bildern mit sattem Grün und eingefrorener Action. Da das bei den Mädels auch gut ankam hatten wir also einen ersten groben Rahmen gesteckt und konnten in die nächste Phase starten.

Teamfindung Zunächst mussten wir uns ein kleines Team aufbauen, da ich einerseits die Stimmen der Mädels brauchte um die Ideen der Mannschaft auch wiederzuspiegeln und zum anderen brauchte ich schlichtweg kreative und später auch logistische Unterstützung. Es plant sich im Team mit zwei drei kreativen Leuten auch einfach besser.

Konkrete Planung Zu allererst haben wir uns Gedanken über mögliche Motive gemacht und wer für die Motive in Frage kommen würde. Das ganze sah dann ungefähr so aus:TuSsis-Kalender-Planung-001-Bearbeitet

Der Auswahlprozess war am Ende auch ziemlich knifflig, da wir möglichst viele Spielerinnen dabei haben wollten, aber natürlich nur eine begrenzte Zahl an Motiven hatten. Zudem möchte man ja keiner Spielerin auf die Füsse treten oder etwas von ihr verlangen, wozu sie evtl. nicht in der Lage ist. Aber ich glaube wir haben das am Ende doch ziemlich gut hinbekommen und alles zur größtmöglichen Zufriedenheit gelöst. Für mich als Fotograf war damit die Planung allerdings noch nicht abgeschlossen, denn ich musste mir überlegen, wie ich das ganze fotografisch umsetze und was ich dazu an Material brauche. Dabei haben mir die folgenden beiden Youtube Videos sehr geholfen.

Das Lichtsetup für die Action-Motive gestaltete  sich dann eigentlich immer gleich. Von vorne links und rechts weiches Licht und von hinten noch schöne Streiflichter um die Kanten und Haare vom Hintergrund abzuheben.

Die Materialliste nur für die Action-Fotos sah dann wie folgt aus:

  • 4 Lampen Stative
  • Kamerastativ
  • 4 Ausfsteckblitze
  • 4 Funkauslöser (Ein Blitz wurde immer als Slave ausgelöst da ja ein Funkauslöser auf der Kamera sitzt)
  • Durchlichtschirme (3x)
  • Reflexschirm
  • Blitzneiger mit Schirmhalter
  • Kamera
  • Portraitobjektive
  • Jede Menge Akkus und Batterien

Da ich bis auf die Kamera, einen Blitz, zwei Stative und die Objektive eigentlich kein Equipment für diese Aufgabe besaß musste alles was wir nicht irgendwo ausleihen konnten angeschafft werden. Hier möchte ich nochmal Danke an Gregor und Ralph sagen die mir Ihre Blitze zur Verfügung gestellt haben und an das KAOS in Leipzig die uns netterweise zwei kleine Stative mit Softboxen geliehen haben. Den Rest haben ich dann gekauft und ich durfte es am Ende als kleine Aufwandsentschädigung mit den Mädels abrechnen. Wir haben natürlich noch ein echtes Honorar ausgemacht, welches ich allerdings gespendet habe und da komme ich auch gleich auf einen sehr wichtigen Punkt zu sprechen, der unbedingt beachtet werden sollte.

Vertragliches Bevor es richtig losging mussten wir uns nämlich noch über ein paar rechtliche Dinge unterhalten. Da das ganze ja in einem kommerziell vertriebenen Produkt enden sollte ist es immens wichtig das alles vertraglich geregelt ist. Klar denkt man im ersten Moment das ist nur eine Hobbymannschaft und da wird schon niemand was sagen, wir mögen uns ja schließlich alle. Leider weit gefehlt! Als Fotograf ist man nämlich hier der gelackmeierte wenn irgendeinem der eigentlich nichts mit Euch und der Mannschaft zu tun hat, aber den Verein vertritt, irgendwas nicht passt und sei es nur das Zugangsrecht zum Platz. Leider gab es auch solche Leute beim TuS Leutzsch und ich war am Ende sehr froh alles vertraglich festgehalten zu haben. Es gab also einen Vertrag mit dem Tus Leutzsch, der für den Fall das irgendwas schief läuft für die entstandenen Kosten aufkommt und mir einige Rechte einräumt, damit ich den Kalender auch umsetzen kann. Das sind im Prinzip folgende Punkte die man vertragliche festhalten sollte:

  • Zugangsrecht zum Platz
  • Nutzungsrecht der Gebäude und Materialien (wenn dadurch der normale Betrieb nicht gestört wird)
  • Nutzung des Vereinslogos auf den Kalendern
  • Einräumung von Bildnutzungsrechten meinerseits für den Verein, damit dieser Werbung betreiben darf
  • Das Honorar – am besten überlegt man sich einen angemessenen Stundenlohn und rechnet alles hoch – für einzelne Bilder gibt es auch Empfehlungen der MFM (Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing)
  • Die Auflage und etwaige Nachbestellungen

Da diese Dinge eine rechtlich greifbare Person unterzeichnen sollte, kam dafür nur der Vorsitzende vom Tus Leutzsch in Frage, der das auch gerne für die Mädels tat.

Mit meinen „Models“ habe ich auch mit jeder einzelnen und für jedes Shooting einzeln einen Vertrag geschlossen, damit mir nicht (aus welchem Grund auch immer) wenn alles fertig ist, am Ende eine sagt, sie möchte jetzt doch nicht auf einem Bild zu sehen sein, z.B. weil der neue Freund es nicht will. Dann hätte ich nämlich ganz schön dumm da gestanden. Dazu habe ich einen sogenannten TfP-Vertrag mit den TuSsis geschlossen. Time for Picture/Print. Das Model verzichtet auf ihr „Recht am eigenen Bild“ und bekommt als Bezahlung dafür von mir Bilder, die sie frei benutzen kann. Das mit der Bezahlung ist wichtig, da es ansonsten rechtlich nicht ganz sicher ist, es muss also eine Gegenleistung geben.

Los geht’s nachdem wir alles andere geklärt hatten und das Material beisammen hatten konnte es jetzt richtig losgehen. Um das Lichtsetup auszutesten und das Equipment kennen zu lernen haben Miri und Chrissy mit mir zusammen ein Probeshooting gemacht – dazu kann ich auch nur jedem raten, der das zum ersten Mal macht. Dabei bekommt ihr dann auch ein Gefühl dafür wie ihr die Blitzleistung richtig dosiert und ausrichtet.

Ein Shooting die normalen Shootings begannen für mich und meine Assistentinnen ca. eine Stunde vor dem eigentlichen Termin um das ganze Material zusammenzusammeln und auf den Platz zu bringen. Den Termin habe ich immer so gelegt, dass wir mit Beginn der goldenen Stunde anfangen konnten zu fotografieren (hier ist die Seite von JeKoPhoto sehr hilfreich). Während die Models sich ihre Fußball-Klamotten und das Trikot anzogen, sowie sich ordentlich schminkten, habe ich an der entsprechenden Stelle schon mal alles aufgebaut und die Blitze eingestellt. Beim schminken ist es extrem wichtig, dass die Models sich kein Glitzerpuder oder ähnliches auf die Haut machen, da die Haut ansonsten im recht harten Blitzlicht speckig/fettig aussieht. Ich hatte deshalb immer mattierendes Puder dabei. Auch Haarspangen und Haargummis sind bei solchen Shootings immer gut dabei zu haben (ebenso wie Mückenspray – gerade in der Abenddämmerung). Da die meisten Laien Models sich erst an die Kamera gewöhnen müssen, bevor sie locker werden und man schöne Bilder machen kann, haben wir uns überlegt mit den Mädels immer erst ein paar Portraits zu machen. Dabei konnte ich den Mädels etwas die Angst vor der Kamera nehmen und sie haben sich an das ganze Equipment um sie herum gewöhnt, so dass das wichtige Shooting für den Kalender ganz entspannt und mit Spaß ablaufen konnte. Die Shootings dauerten meistens alles in allem um die 2 Stunden. Pro Shooting habe ich dabei um die 200 Bilder geschossen und auch verschiedene Perspektiven und Setups ausprobiert. Am härtesten haben es übrigens Nancy (Dezember)- ca. 150 Kopfbälle, Miri (Februar)- viele blaue Flecken vom nach dem Ball hechten und Otti (Mai) – ca. 70 Seitfallzieher (diesmal mit Matratze) getroffen. Das sind dafür aber auch ein paar der besten Bilder geworden.

An dieser Stelle hör ich jetzt erstmal wieder auf und melde mich dann in einem neuen Beitrag wieder in welchem es dann um die Bildauswahl, Bild-Bearbeitung, das Layouten und den Finalen Druck geht.

Hier gehts zum 2. Teil

Kommentare ausdrücklich erwünscht 😉

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