KW12 Astronomie Sebastian Lehmann - LS-Photochallenge-2018

#LSPhotochallenge2018 KW12 Astronomie

Astronomie

Diese Woche ging es um das Thema Astronomie. Da wir gleich zu Beginn der Woche traumhaftes Wetter für die Astrofotografie hatten, habe ich mich entschieden das auch für diesen Beitrag zu nutzen. Bei der Astrofotografie gibt es unglaublich viel zu beachten, wenn man richtig gute Bilder erhalten möchte. Daher möchte ich das ganze hier nur ganz kurz anreißen und zumindest ein paar grundlegende Hilfestellungen für die ersten kleinen Erfolge geben. 

Das Eqiupment

Voraussetzungen/Empfehlungen:

  • Ein Stativ oder zur Not ein Bohnensack
  • Manuelle Einstellmöglichkeiten an der Kamera
  • Lichtstarkes und möglichst weitwinkeliges Objektiv (nach Möglichkeit Blende 2.8 oder kleiner und 24mm oder weniger)
  • Dunkler Platz außerhalb eines Ortes
  • klare Nacht mit geringer Luftfeuchte und wenig bis gar keinen Wolken
  • Möglichst wenig Wind

Wer schon mal versucht hat den Sternenhimmel zu fotografieren wird wahrscheinlich festgestellt haben, dass aus den punktförmigen Sternen nach einer gewissen Belichtungszeit Tränen und später Streifen (sog. Star trails) werden. Das ist auch eigentlich klar, denn die Erde dreht sich ja auch Nachts.
Um dem entgegen zu wirken empfiehlt es sich möglichst “kurze” Belichtungszeiten zu wählen und ein weitwinkeliges Objektiv zu nutzen. Das ist dann auch der Grund, warum das Objektiv Lichtstark und weitwinkelig sein sollte.

Je weitwinkeliger das Objektiv ist, desto weniger wandert in einer festen Zeitspanne das Abbild der Sterne über die Pixel im Kamerasensor.

Je Lichtstärker das Objektiv ist, desto kürzer kann ich die Belichtungszeit wählen, um die selbe Menge an Licht auf den Sensor zu bekommen.

Bedingt durch die “hyperfokale” Distanz, wird der Nachthimmel auch bei Blende 1.4 scharf abgebildet.

Es ist übrigens empfehlenswert, das Objektiv manuell und wenn möglich mit Hilfe des Livebildes scharf zu stellen. Es kann sonst Nachts sehr schwierig werden scharf zu stellen, da man mit bloßem Auge die Sterne durch das Okular einfach nicht gut sieht. Alternativ könnt ihr natürlich versuchen, durch ausprobieren den richtigen Fokus zu finden.

Los geht’s

Wenn ihr ein geeignetes Plätzchen gefunden und alles aufgebaut habt, kann es endlich losgehen. Ein guter Startpunkt für die Belichtungszeit sind bei Blende 2.8 10 Sekunden. Aber das ist wie gesagt auch abhängig von der Brennweite Eures Objektivs. Probiert es einfach aus und schaut in der 100% Ansicht auf dem Kameradisplay, ob die Sterne Streifen gezogen haben oder nicht. Bei der Canon 5D Mark3 mit Vollformat-Sensor arbeite ich hier bis maximal ISO 1000, um möglichst kein Bildrauschen zu erhalten. Hier gilt einfach die Regel: wählt den ISO-Wert so niedrig wie möglich.

Kleine Anmerkung: Einige Kameras haben eine Funktion, um Hotpixel zu minimieren. Das sind Fehlinformationen auf dem Kamera-Sensor, die z.B. durch Wärme ausgelöst werden können. Um diese zu verringern, wird im Anschluss an die eigentliche Aufnahme ein zweites Bild bei geschlossenem Verschluss gemacht. Die so gefundenen Hotpixel werden dann von der Kamera aus dem ersten Bild herausgerechnet. Wenn ihr nur ein einzelnes Bild aufnehmen wollt ist das eine tolle Funktion. Wollt ihr allerdings ein 360° Panorama machen, dann solltet ihr diese Funktion lieber ausschalten und später selbst ein “Schwarz”-Bild aufnehmen und es bei Bedarf mit Hilfe von Photoshop o.ä. herausrechnen. Der Nachthimel dreht sich nämlich recht schnell und jede Verzögerung kann dazu führen, dass Eure Bilder später nicht mehr gut zusammenpassen.
Für Panoramen nehme ich die Kamera übrigens immer hochkant und drehe dann mit einem Kugelkopf auf dem Stativ Schrittweise weiter. Man könnte dafür noch einen Nodalpunktadapter benutzen, die Software zum zusammenfügen der Panoramen ist allerdings heutzutage so gut, dass ich darauf verzichte.

Die 500 Regel

Ein guter Anhaltspunkt, um Star trails zu vermeiden ist die 500 Regel. Obwohl man hier schon ein paar Zipfel sehen kann und es besser sein kann die 400 als Grundzahl zu nehmen.

500 geteilt durch die Brennweite Deines Objektivs = die längste Belichtungszeit in Sekunden bevor Sterne anfangen zu wandern.

Die Regel gilt für das Kleinbildformat (KB), bei DSLRs auch Vollformat (VF) genannt. Wenn ihr also eine Kamera mit kleinerem Sensor habt, dann müsst ihr den “Crop”-Faktor Eures Sensors noch beachten (Verhältnis der Fläche VF -zur Fläche Eures Sensors). Auf Wikipedia findet ihr eine Übersicht über gängige Sensorgrößen und den Formatfaktor.

Sekunden bis zu Star trails
BrennweiteVollformatNikon 1.5 CropCanon 1.6 Crop
10503331
14362422
16312120
20251716
24211413
28181211
3514109
501076
70754
85644

 

Und jetzt viel Spaß beim ausprobieren!


Nächste Woche ist Bonuswoche und damit freie Themenwahl! Ob Portrait, skuriles, kreatives, buntes, nicht so buntes, lustiges, schönes, Landschaft, Urlaub, … völlig egal. Zeigt einfach Euer schönstes Bild aus der kommenden Woche!

Sebastian Lehmann

Taucht ein mit mir in die sternenklare Nacht über der Drover Heide

360° Panorama. Klickt einfach auf das Bild und zieht mit der Maus nach rechts oder links. Falls ihr am Smartphone seid und nur ein schwarzes Bild seht, neigt mal euren Bildschirm nach oben.

KW12 Astronomie Sebastian Lehmann - LS-Photochallenge-2018

KW12 Sebastian Lehmann – LS-Photochallenge-2018

Bodo Lehmann

Der Mond am Abendhimmel

KW12 Bodo Lehmann - LS-Photochallenge-2018

KW12 Bodo Lehmann – LS-Photochallenge-2018

 

Team Randale • Antje Lobe

KW12 Antje Lobe - LS-Photochallenge-2018

KW12 Antje Lobe – LS-Photochallenge-2018

Tina Golde

Astro-was? Hmmm. Ich befürchte das war wohl die falsche Wissenschaft 🧐
[Anm. des Blogbetreibers: auch wenn der Name Astro”logie” vorgaukelt etwas mit Wissenschaft zu tun zu haben, kann ich versichern, dem ist nicht so :D ]

KW12 Tina Golde - LS-Photochallenge-2018

KW12 Tina Golde – LS-Photochallenge-2018

Ramona Bechler-Haas

KW12 Ramona Bechler Haas - LS-Photochallenge-2018

KW12 Ramona Bechler Haas – LS-Photochallenge-2018

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  1. Danke für die wertvollen Tipps und schönen Fotos! Der Nachthimmel ist schon etwas ganz besonderes und sollte dementsprechend auch professionell fotografiert werden.

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